Osteopathie ist Heilkunde, so jedenfalls sieht es der Gesetzgeber (VG Düsseldorf, Urteil vom 8. Dezember 2008, AZ 7K 967/07). In Deutschland sind nur Ärzte und Heilpraktiker zur Ausübung der Heilkunde berechtigt. Diese können von Patienten auf direktem Wege aufgesucht werden, sogenannter Direktzugang. Diese Rechtssicherheit in der Ausübung der Heilkunde bei Arzt und Heilpraktiker bedeutet auch Absicherung für den Patienten bei Haftungsfragen.

 

Private Krankenversicherungen können von diesen Berufsgruppen erbrachte osteopathische Leistungen als erstattungsfähig anerkennen. Sie erhalten als privat versicherter Patient von mir eine Heilpraktikerrechnung, die gemäß der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) die erbrachten Leistungen auflistet. Im Umfang des vereinbarten Versicherungstarifs wird die Private Krankenversicherung eine anteilige Erstattung vornehmen.

 

Osteopathie ist keine Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und kein Heilmittel, wie z. B. Ergotherapie oder Krankengymnastik. Aktuell erstatten jedoch sehr viele GKVs ihren Mitgliedern entstehende Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Osteopathie. Dies erfolgt jedoch in sehr unterschiedlicher Form und Umfang. Zumeist haben Sie, wie bei Privatpatienten üblich, die Kosten für eine Osteopathiebehandlung selbst zu begleichen und können anschließend eine Erstattung beantragen. Häufig wird die Befürwortung der Osteopathiebehandlung per Privatrezept durch einen Arzt voraus gesetzt! Aufgrund meiner Qualifikationen und Zugehörigkeit zu einem osteopathischen Berufsverband (bvo) erkennen die meisten GKVs meine Kostenrechnung an und erstatten im von ihnen festgelegten Umfang.

 

Hinweis zum Osteopathie-Rezept:

Sie können mich ohne Rezept aufsuchen, da ich als Heilpraktiker zugelassen bin und die Heilkunde eigenständig ausüben darf.

 

Wozu, bzw. für wen also ein "Osteopathierezept"?

Physiotherapeuten dürfen, rein rechtlich, nur auf Veranlassung durch den Arzt oder Heilpraktiker tätig werden, das heißt auf Verordnung hin (Delegationsverfahren). Der direkte Zugang zum Physiotherapeuten, ohne den Umweg über Rezept, wird derzeit politisch angedacht. Dies schließt jedoch nicht die Ausübung der Heilkunde im Allgemeinen und Osteopathie im Speziellen ein.

Insgesamt bedeutet dies für die Physiotherapeuten auch weiterhin eine rechtliche Unwägbarkeit hinsichtlich der Ausübung der Osteopathie. Um die Anwendung von Osteopathie durch Physiotherapeuten, die keine Heilkundeerlaubnis besitzen, relativ zu legitimieren, bedarf es deshalb eines Rezepts.

Manche Ärzte "verweigern" jedoch ihren Patienten ein Privatrezept für Osteopathie. Ein scheinbarer Grund hierfür könnte eine Unsicherheit sein bezüglich möglicher Haftungsfolgen. 

 

Stand: 28.04.2015