Herbstzeit.

Nachtfröste, Nebel und "Goldener Herbst" mit Tagestemperaturen bis zu 20° Celcius. Zeit der erhöhten Anforderung an den Körper und die Abwehrkräfte. Diese zu steigern versprechen die Nahrungsergänzungsanbieter mit ihren zumeist synthetisch hergestellten Einzelpräparate oder Kombinationspräparate. 

Die Empfehlungen der europäischen Gesundheitsbehörden sehen eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen gegeben, sofern man täglich 5-7 Portionen ("eine Portion = eine Handvoll") Obst und Gemüse zu sich nimmt. Wem das nicht gelingt greift zu Vitaminpräparate aller Art, laut Anja Steinbuch, Handelsblatt/2013, zumindest jeder dritte Bundesbürger. 

Aus meiner ganzheitlichen Sichtweise ist eine ausreichende Vitalstoffzufuhr unabdingbar. Eine Nahrungsergänzung kann im Einzelfall je nach Lebensumstände durchaus erforderlich sein. Ein Nahrungsergänzungspräparat sollte aber grundsätzlich folgende Anforderung erfüllen:

 

1. Herstellung aus natürlichen Lebensmitteln.  

2. Vielfältige Inhaltsstoffe - neben Obst und Gemüse auch Kräuter

3. Gute Aufnehmbarkeit und Verwertbarkeit (Bioverfügbarkeit)

4. Ohne künstliche Süßstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Trennmittel, Verdickungsmittel, synthetische Antoxidantien. 

 

Mit diesen Kriterien lassen sich schon eine Vielzahl der angebotenen Präparate "aussortieren".

 

Begründung:

Die Aufnahmefähigkeit (Bioverfügbarkeit) von Vitaminen ist umso besser gegeben, je gebundener an anderen Nahrungsbestandteilen diese vorliegen. 

"Bioavailabilty of a liquid Vitamin Trace Element Composition in healthy volunteers", Neuroendocrinology Letters Volume 36 No. 4 2015.  http://www.nel.edu/archive_issues/o/36_4/36_4_Muss_337-347.pdf

 

Synthetisch hergestellte Vitamine führen in hohen Dosierungen möglicherweise zu "Verdrängung" anderer Vitalstoffe und beinhalten sogar Gesundheitsrisiken.

So wurde beispielsweise eine Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit von isolierten Gaben von Vitamin E und Selen zur Prävention des Prostatakarzinoms aufgrund einer Gesundheitsgefährdung der Probanden abgebrochen. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/34200

 

Künstliche Zusatzstoffe beinhalten mögliche gesundheitliche Risiken. So wurde schon beispielsweise der Süßstoff Apartam als möglicher Auslöser vom Fibromyalgie beschreiben. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21176433